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Service Packs und Resellerverwaltung

Wenn du nicht nur deine eigene WordPress Seite hostest, sondern gleich mehrere Kundenwebseiten betreust, brauchst du Ordnung im System. Genau dafür gibt es bei uns die Kombination aus Resellerverwaltung, Service Packs und Abonnements bei Plesk.

In diesem Artikel gehen wir Schritt für Schritt durch, wie das Zusammenspiel funktioniert – und wie du damit Speicherplatz, Domains und Rechte deiner Kunden sauber limitierst.

1. Für wen sind Service Packs und Resellerfunktionen wichtig?

Service Packs sind genau dann für dich interessant, wenn du mehr als nur deine eigene Seite betreibst. Sobald du als Agentur oder Freelancer mehrere Kundenprojekte verwaltest, brauchst du ein System, das mitwächst. Multitarife und Managed Cloud Server bieten dir die Basis, die Service Packs setzen die Ordnung obendrauf.

Du kannst so sehr unterschiedliche Kunden auf einem Setup abbilden. Je mehr Kunden und Projekte du hast, desto mehr zahlt sich die einmalige Strukturarbeit bei den Service Packs aus.

Die Service Packs und Resellerfunktionen sind für dich interessant, wenn du …

  • einen Multitarif bei HostPress nutzt,
  • einen Managed Cloud Server hast,
  • oder mehrere Kunden mit eigenen Webseiten betreust.

Wenn du nur deine eigenen Projekte bei uns hostest, reicht meist die einfache Ansicht in Plesk für dich aus. Sobald du aber den Speicherplatz pro Kunde begrenzen willst, die Anzahl der Domains und WordPress-Installationen steuern und Kunden-Logins integrieren möchtest, solltest du dir die Service Packs und Resellerverwaltung näher anschauen.

👉🏻 Hilfe zu Plesk findest du hier im Plesk Documentation and Help Portal

Die Grund-Hierarchie bei Plesk verstehen

Es ist wichtig, dass du die Hierarchie bei Plesk richtig verstehst, um sie besser anwenden zu können. Hier einmal die Erklärung im Kurzformat:

Du bist der Reseller: Du kaufst Ressourcen beim Hoster ein und verteilst sie weiter an deine eigenen Kunden. Jeder deiner Kunden bekommt dabei einen eigenen Zugang und kann in einem klar begrenzten Rahmen selbst arbeiten.

Diese Trennung hilft dir sowohl organisatorisch als auch rechtlich, weil du Verantwortlichkeiten sauber aufteilen kannst. Du bleibst Herr über den Server, gibst aber deinen Kunden genügend Freiheit für den Alltag.

Die Hierarchie sieht daher so aus:

Reseller → Kunde → Abo → Domain

  1. Du bist HostPress-Kunde → technisch gesehen bist du der Reseller
  2. Du kannst mehrere Kunden anlegen (z.Bsp.: „Kunde A“, „Kunde B“)
  3. Jeder Kunde hat ein oder mehrere Abonnements
  4. In einem Abonnement liegen weitere Domains und Subdomains.

Ein Abonnement beschreibt im Kern: Welche Rechte und Ressourcen ein Kunde nutzen darf.

2. Power User Ansicht vs. Service Provider Ansicht

Standardmäßig landen viele HostPress Kunden in der „Power User Ansicht“, die super komfortabel ist, wenn du hauptsächlich deine eigenen Projekte betreust. Du siehst dort direkt deine Domains, E-Mails, Datenbanken und Dateien, ohne dich um Kunden oder Abos kümmern zu müssen.

Betreust du aber noch die Projekte deiner Kunden mit, stößt die Ansicht an ihre Grenzen. Dann solltest du auf die „Service Provider Ansicht“ wechseln. Dort kannst du:

  • Kunden verwalten
  • Abonnements anlegen
  • Servicepakete (Service Packs) definieren

Genau über diese Service Packs steuerst du später, was deine Kunden dürfen und was nicht.

Kunden anlegen in der Prover Ansicht anlegen

Einen neuen Kunden anzulegen ist der erste Schritt, wenn du jemandem einen eigenen Login geben willst. Du trägst grundlegende Daten wie Namen, Firma und E-Mail-Adresse ein und vergibst ein Passwort für den Zugang. Oft ist es sinnvoll, als Login-E-Mail dieselbe Adresse zu verwenden, die du auch in der Kundenkommunikation nutzt.

So hat der Kunde einen klaren Bezug zu „seinem“ Zugang. Direkt beim Anlegen kannst du dann schon festlegen, welches Abonnement und welches Service Pack er bekommen soll.

Warum ein Kunde ohne Abo nichts nutzen kann

Ein Kunde ohne Abonnement ist in Plesk im Prinzip nur ein leerer Datensatz. Er existiert zwar im System, hat aber keine Rechte, keinen Speicherplatz und keine Domain zugewiesen. Erst das Abonnement bringt Ressourcen und Berechtigungen ins Spiel.

Ohne Abo kann der Kunde weder eine Webseite betreiben noch technische Einstellungen vornehmen. Deshalb ist es Best Practice, beim Kundenanlegen direkt ein Abonnement mitzugeben und nicht erst später nachzuziehen.

Wenn du in der Service Provider Ansicht einen neuen Kunden anlegst, zum Beispiel:

  • Name und Firma
  • Login-E-Mail
  • Passwort

… dann wird automatisch ein Abonnement für diesen Kunden angelegt.

Das ist wichtig, denn: Ein Kunde ohne Abonnement hat keine Ressourcen.
Er kann weder Domains noch Speicherplatz nutzen.

Beim Anlegen des Kunden definierst du direkt:

  • Ein Domainname für die erste Webseite, zum Beispiel muster-kunde-b.de – das kann auch erst einmal nur als Platzhalter dienen.
  • Ein Servicepaket, das diesem Kunden zugewiesen wird

Ab da ist für Plesk klar, welcher Kunde bekommt welche Rechte, wie viel Speicher, wie viele Domains etc.

3. Was macht ein Service Pack (Servicepaket)?

Service Packs sind das Herzstück deiner Resellerstruktur, weil sie definieren, was ein Kunde darf. Statt für jeden Kunden individuell Limits hinzuzufügen, legst du einmal ein Paket an und verwendest es mehrfach.

So stellst du sicher, dass ähnliche Kunden auch ähnliche Rahmenbedingungen haben. Gleichzeitig verhinderst du, dass du aus Versehen einem Kunden mehr Ressourcen gibst, als du eigentlich geplant hattest. Service Packs machen dein Setup reproduzierbar und planbar.

Typische Einstellungen sind z. B.:

  • Speicherplatz
  • Anzahl Domains
  • Anzahl Subdomains
  • Datenbanken
  • E-Mail-Postfächer
  • PHP-Einstellungen
    • z. B. Memory Limit von 128 MB auf 512 MB erhöhen
  • E-Mail-Nutzung
    • E-Mails nur senden (z. B. für WordPress-Transaktionen)
    • oder vollwertig empfangen/senden

Ein Praxis-Beispiel aus dem Startpaket wäre zum Beispiel:

  • 1 Domain
  • 1 Subdomain (z.B. für Staging)
  • 2 Datenbanken
  • begrenzter Speicherplatz
  • begrenzte Anzahl Postfächer

Damit stellst du sicher, dass ein Kunde kann nicht den ganzen Server verwenden kann, du hältst Ressourcen für andere Kunden frei und du kannst unterschiedliche Pakete besser verkaufen.

Was dein Kunde später im Plesk-Interface sieht

Aus Kundensicht wird es deutlich schlanker, denn dieser bekommt nur die Aspekte angezeigt, die für ihn relevant sind. In Übersichten kannst du schnell erkennen, welcher Kunde welches Service Pack nutzt und wie viele Ressourcen belegt sind. Wenn du z.B. ein Service Pack nutzt, in dem nur eine Domain erlaubt ist:

  • Sieht dein Kunde eine Webseite
  • Der Button „Domain hinzufügen“ ist verschwunden
  • Er kann:
    • seine bestehende Domain umbenennen
    • Subdomains anlegen
    • Domain-Aliase anlegen

Die Limits, die du im Service Pack definierst, spiegeln sich direkt in der Oberfläche deiner Kunden wider. Wenn du später im Service Pack beispielsweise die Anzahl der Domains erhöhst und synchronisierst, taucht beim Kunden automatisch wieder der Button „Domain hinzufügen“ auf. Darüber kann er dann selbst neue Projekte anlegen.

Wie kannst du Abonnements sinnvoll nutzen?

Du hast zwei grundsätzliche Wege, wie du deine Kunden strukturieren kannst:

Variante 1: Ein Abonnement, mehrere Domains

Du hinterlegst mehrere Domains eines Kunden in einem gemeinsamen Abonnement. Das kann sinnvoll sein, wenn es sich um ähnliche Projekte handelt. Der Kunde verwaltet dann alle seine Webseiten in einem Plesk-Kontext. Der Nachteil ist, dass Probleme in einem Projekt schneller auch andere Projekte im selben Abo beeinflussen können. Das köntte so aussehen:

  • Kunde B hat ein Abonnement
  • In diesem Abo können mehrere Domains liegen
  • Jede Domain kann Subdomains haben

Vorteile:

  • Einfachere Verwaltung
  • Weniger Klicks und weniger „Objekte“ im System

Nachteile:

  • Projekte sind technisch weniger stark isoliert
  • Nicht immer optimal, wenn Kunde viele Standorte oder sehr unterschiedliche Setups hat

Variante 2: Pro Website ein eigenes Abonnement

Im zweiten Modell richtest du für jede Webseite ein eigenes Abonnement ein. Das sorgt für eine klare technische Trennung, was vor allem bei komplexeren Kundenstrukturen hilfreich sein kann. Jede Webseite bekommt dann ein eigenes Rechtepaket, eigene Ressourcen und eigene Domains. Dieses Modell passt gut zu Kunden mit mehreren Standorten oder sehr unterschiedlichen Projekttypen.

Das ist der „saubere“ Weg und könnte so aussehen:

  • Jede Webseite des Kunden bekommt ein eigenes Abonnement
  • Im Abo:
    • 1 Domain
    • ggf. 1–2 Subdomains (z.B. Staging)

Beispiel aus dem Video:

  • Kunde = Franchisegeber
  • Standorte = mehrere Filialen
  • Jede Filiale hat eine eigene Webseite

Dann legst du an:

  • Abonnement „Standort A“
  • Abonnement „Standort B“
  • Abonnement „Standort C“

Vorteile:

  • Jede Website ist technisch sauber isoliert
  • Rechte und Limits pro Standort klar getrennt
  • Spätere Anpassungen pro Standort einfacher

5. Ordnung reinbringen, Stress rausnehmen

Mit Service Packs und der Resellerverwaltung in Plesk / HostPress kannst du:

  • deine Kunden sauber trennen
  • Rechte klar definieren
  • Speicherplatz, Domains und E-Mails begrenzen
  • und trotzdem deinen Kunden eigene Logins und genug Freiheit geben

Das Entscheidende ist, in Hierarchien zu denken und dir vorab zu überlegen:

  • Wie viele Kunden will ich hosten?
  • Wie sollen meine Pakete aussehen?
  • Will ich pro Website ein Abo oder mehrere Domains in einem Abo bündeln?

Wenn du das einmal sauber aufgesetzt hast, läuft dein Reseller-Setup deutlich entspannter – und sowohl du als auch deine Kunden behalten den Überblick.

Zuletzt geändert: 26. November 2025
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