Kann man bei HostPress auch Redis nutzen, wo liegen die Vorteile und wie funktioniert es?
Was ist Redis?
Die Abkürzung Redis steht für Remote Dictionary Server und ist ein enorm schneller und quelloffener In-Memory-Schlüsselwert-Datenspeicher. Redis wurde ursprünglich von Salvatore Sanfilippo entwickelt und ist wohl der am verbreitetsten In-Memory-Schlüsselwert-Datenspeicher.
Wie funktioniert Redis?
Redis ist eine In-Memory-Datenbank mit einer einfachen Datenstruktur und gehört zur Familie der NoSQL-Datenbanken. Diese einfache Struktur der Datenbank eignet sich deshalb weniger für komplexe Datenstrukturen. Dafür hat Redis aber den großen Vorteil, dass es schneller ist als relationale Datenbanken wie zum Beispiel MySQL.
Im Gegensatz zu anderen Datenbanken, welche ihre Daten auf der Festplatte abspeichern, befinden sich bei Redis alle Daten im Hauptspeicher des Servers. Durch den Wegfall der Zugriffszeiten auf den physischen Datenträger treten hier keine Verzögerungen auf. Alle Daten sind innerhalb von Mikrosekunden zugänglich und stehen dem Benutzer mehr als direkt zur Verfügung.
Wo liegen die Vor- und Nachteile?
Redis bietet inzwischen Reaktionszeiten von unter einer Millisekunde und kann so Millionen von Anforderungen für Echtzeitanwendungen in den verschiedensten Bereichen übernehmen und verarbeiten.
Datenbankanfragen werden dadurch reduziert, indem es Ergebnisse im Speicher zwischenspeichert, was zu schnelleren Ladezeiten für die Benutzer führt.
Redis wird deshalb gerne eingesetzt für Sessionmanagement, Echtzeitanalysen, Chat- und Messagingdienste sowie Media-Streaming.
Wie Redis mit WordPress nutzen?
Das WordPress mit all seinen Möglichkeiten und Plugins ein mächtiges CMS ist, welches bei einigen Projekten seine Schwierigkeiten mit der Performence hat, ist inzwischen bekannt. Für geringere Ladezeiten gibt es einige Kniffe und Möglichkeiten wie Caching, CDN-Netzwerke und Content-Optimierungen. Mit der In-Memory Datenbank Redis möchten wir eine weitere Möglichkeit aufzeigen, welche einen anderen technischen Ansatz bietet.
Um WordPress mit Redis zu verbinden und Abfragen zu beschleunigen, kannst du das Plugin Redis-Object-Cache nutzen.

Ob der Redis-Dienst auf dem Server installiert ist und richtig funktioniert, kannst du in den Plugin-Einstellungen prüfen.

In welchen Tarifen kann ich Redis nutzen?
Wir installieren Anwendungen wie Redis nur, wenn es nicht absolut unerlässlich zum Betrieb der Webseite ist. Es gehört auch nicht zu unserem Standardsetup. Grund dafür ist, dass Redis bei anderen Kunden in der Vergangenheit schon zu unangenehmen Nebeneffekten geführt hat und in der Folge wurde die entsprechende Webseite teilweise danach falsch ausgeliefert.
Für die Nutzung von Redis-Cache benötigst du einen unserer Managed-Server-Tarife oder den speziellen Einzeltarif „HostPress MAX“, der im Vergleich zu den Managed-Servern jedoch auf einer Shared-Infrastruktur läuft.
Der Dienst ist dann auch nur für eine deiner Webseiten verfügbar.
Solltest du Fragen zur Nutzung haben, den Wunsch hegen Redis auch für deine Webseite zu nutzen, dann setze dich bitte mit uns in Verbindung. Wir helfen gerne weiter und unterstützen dich auch mit den nötigen Servereinstellungen.
Redis auf Staging und Live: Konfiguration sauber trennen
Nutzt du Redis für eine Live-Seite und zusätzlich für eine Staging- oder Testumgebung auf demselben Server, braucht jede Installation eigene Redis-Werte. Teilen sich beide Seiten denselben Cache, kann die Live-Seite Inhalte der Staging-Seite ausliefern. Mögliche Folgen sind falsche Inhalte, Weiterleitungen auf die jeweils andere Seite oder Endlosschleifen (Redirect-Loops).
Woran du das Problem erkennst
- Die Live-Seite leitet auf die Staging-Domain weiter oder umgekehrt.
- Nach Änderungen auf der Staging-Seite tauchen diese plötzlich auch auf der Live-Seite auf.
- Der Login ins WordPress-Backend springt zwischen beiden Umgebungen hin und her.
Diese Werte müssen sich unterscheiden
Die Redis-Konstanten stehen in der wp-config.php der jeweiligen Installation. Achte vor allem auf diese beiden Werte:
WP_CACHE_KEY_SALT: ein eindeutiges Präfix pro Installation, z. B. mit der jeweiligen Domain.WP_REDIS_DATABASE: eine eigene Redis-Datenbank-Nummer pro Installation, z. B.0für Staging und2für Live.
Host, Port und Passwort (WP_REDIS_HOST, WP_REDIS_PORT, WP_REDIS_PASSWORD) können auf demselben Server identisch sein.
Schritt-für-Schritt: Live-Seite korrekt konfigurieren
- Öffne die
wp-config.phpder Live-Seite über den Dateimanager in Plesk oder per FTP. - Prüfe, ob
WP_CACHE_KEY_SALTdie Staging-Domain enthält. Falls ja, ersetze den Wert durch ein eindeutiges Präfix für die Live-Seite. - Stelle sicher, dass
WP_REDIS_DATABASEauf Live einen anderen Wert hat als auf Staging. Welche Datenbank-Nummer du nutzen kannst, erfährst du von unserem Support. - Speichere die Datei und leere anschließend im Plugin Redis Object Cache den Cache. Mach das auf Live und auf Staging.
- Ruf beide Seiten in einem privaten Browserfenster auf und prüfe, ob jede Seite ihre eigenen Inhalte zeigt.
Wichtig nach einer Synchronisation
Wenn du Daten von Staging auf Live synchronisierst oder Konfigurationswerte manuell kopierst, prüfe danach immer die Redis-Werte in der wp-config.php der Live-Seite. Sie dürfen nicht auf die Staging-Umgebung verweisen.
Sofortmaßnahme, wenn die Live-Seite nicht mehr lädt
Ist die Live-Seite durch den Loop nicht mehr erreichbar, deaktiviere Redis vorübergehend. Kommentiere dazu die Redis-Konstanten in der wp-config.php aus oder entferne die Datei object-cache.php aus /wp-content/. Wie das genau geht, steht im Artikel Fehlerbehebung: „Error establishing a Redis connection“. Deine Website läuft danach ohne Object-Cache weiter. Aktiviere Redis wieder, sobald die Werte korrigiert sind.
Redis für deine Website aktivieren lassen
Das Plugin Redis Object Cache verbindet WordPress nur mit einem Redis-Dienst. Den Dienst selbst stellt es nicht bereit. Auf Managed-Servern richtet HostPress Redis pro Website serverseitig ein. Solange das nicht passiert ist, zeigt das Plugin den Status „Nicht verbunden“ an, auch wenn du es korrekt installiert und aktiviert hast.
Woran du erkennst, dass Redis noch nicht eingerichtet ist
- Das Plugin ist aktiv, der Status in den Plugin-Einstellungen lautet aber „Nicht verbunden“ bzw. „Not connected“.
- Ein Klick auf „Verbinden“ bzw. „Enable Object Cache“ bleibt ohne Wirkung.
- Du hast Redis bisher nicht beim Support für diese Website angefragt.
So gehst du vor
- Prüfe, ob du einen Managed-Server-Tarif nutzt. Nur dort ist Redis verfügbar.
- Installiere und aktiviere das Plugin Redis Object Cache.
- Schreib dem Support, für welche Website Redis eingerichtet werden soll. Nenne dabei die Domain der Website.
- Sobald der Support die Einrichtung bestätigt, öffnest du in WordPress Einstellungen → Redis und klickst auf „Enable Object Cache“.
- Warte einige Minuten. Der Cache baut sich erst mit den nächsten Seitenaufrufen vollständig auf.
Fehler „Cannot assign requested address“ beim Aktivieren
Wenn das Plugin beim Aktivieren eine Meldung wie diese zeigt, ist meist nicht der Redis-Dienst ausgefallen:
Redis ist nicht erreichbar: Cannot assign requested address [tcp://localhost:6379]
Die Meldung bedeutet, dass WordPress eine Adresse ansprechen will, die in dieser Form nicht existiert oder nicht erreichbar ist. In der Praxis liegt die Ursache fast immer in der Cache-Konfiguration deiner wp-config.php. Ein Neustart oder Rollback des Plugins hilft dann nicht weiter.
Häufige Ursachen
- Redis-Konstanten wie
WP_CACHE_KEY_SALToderWP_REDIS_*sind in derwp-config.phpmehrfach definiert, z. B. nach einer Migration oder durch ein früheres Caching-Plugin. - Host oder Port in der Konfiguration passen nicht zur Einrichtung auf deinem Server.
- Reste eines alten Object-Cache-Plugins (z. B. eine verwaiste
wp-content/object-cache.php) überschreiben die aktuelle Einstellung.
Was du selbst prüfen kannst
- Erstelle zuerst ein Backup deiner Website.
- Öffne die
wp-config.phpüber den Plesk-Dateimanager. - Such nach
WP_CACHE_KEY_SALTundWP_REDIS. Jede Konstante darf nur einmal definiert sein. Doppelte Einträge entfernst du, bis nur noch einer übrig ist. - Speichere die Datei, öffne in WordPress Einstellungen → Redis und aktiviere den Object Cache erneut.
Wann du den Support kontaktieren solltest
Bleibt der Fehler bestehen oder ist der Aktivieren-Button ausgegraut, melde dich beim Support. Nenne die betroffene Domain, die genaue Fehlermeldung und bestätige, dass das Team Redis für dich prüfen und aktivieren darf. Wir kontrollieren dann die Konfiguration und die Serverseite und schalten den Cache für dich frei.
Verbindungsprobleme mit Redis erkennen und einordnen
Gelegentlich kann es vorkommen, dass eine Website mit aktivem Redis-Object-Cache zeitweise leere oder unvollständige Seiten ausliefert, oder dass die Seite kurzzeitig gar nicht erreichbar ist. In den PHP- bzw. Error-Logs findest du dann häufig einen Eintrag wie diesen:
RedisException: read error on connection to localhost:6379 in .../wp-content/object-cache.php
Mögliche Ursachen
- Ein serverseitiges Update des Redis-Dienstes, während dessen kurzzeitig bestehende Verbindungen abbrechen können
- Eine hohe Auslastung des Redis-Speichers, erkennbar an vielen „Cache misses“ und sogenannten OOM-Restarts (Out-of-Memory-Neustarts) in der phpinfo-Ausgabe
- Sehr große einzelne Cache-Einträge, die den verfügbaren Speicher schnell auffüllen
Was du selbst prüfen kannst
- Installiere, falls noch nicht vorhanden, das Plugin Redis Object Cache und prüfe dort den Verbindungsstatus.
- Wirf einen Blick in die phpinfo-Ausgabe deines Servers: Eine sehr hohe Anzahl an „Cache misses“ im Verhältnis zu „Cache hits“ sowie mehrere OOM-Restarts deuten auf einen zu knapp bemessenen Speicher hin.
- Prüfe, ob das Problem nur kurzzeitig auftrat (z. B. während eines Wartungsfensters) oder dauerhaft besteht.
Wann du den Support kontaktieren solltest
Die Konfiguration des Redis-Dienstes selbst (Speicherzuweisung, Neustart, Stabilität) liegt auf Serverebene und kann nicht durch dich als Kunde angepasst werden. Wende dich an den HostPress Support, wenn:
- Redis wiederholt oder dauerhaft leere Seiteninhalte ausliefert
- deine Logs die oben genannte
RedisExceptionzeigen - du zusätzlich eine Anpassung der OPcache-Speichereinstellungen wünschst – gib in diesem Fall am besten gleich die relevanten Werte aus deiner phpinfo-Ausgabe (Cache hits/misses, Used/Free memory, OOM restarts) mit an, damit das Team die Einstellungen gezielt anpassen kann.